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Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS 8-918).
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NEURALGISCHE
GESICHTSSCHMERZEN
(neuralgiforme Gesichtschmerzen)
Neuralgien des Gesich tes werden von manchen Autoren auch als neuralgiforme Gesichtsschmerzen bezeichnet und manche schreiben das Wort "Gesichtsschmerzen" auch ohne s (Gesichtschmerzen).
Die verschiedenen neuralgische n Gesichtsschmerzen, also Nervenerkrankungen, die mit anfallsartigen Schmerzen im Bereich des Gesichtes einhergehen, weisen typische Lokalisationen (= Vorkommen, Lage) auf:
Zu den einzelnen Gesichtsschmerzen (neuralgische, neuralgiforme)
Am häufigsten tritt eine Neuralgie des Gesichtes in Form der Trigeminusneuralgie auf.
| Der V. Hirnnerv: Nervus trigeminus und seine Äste 1. Ast (V1, Stirnast): N. ophthalmicus 2. Ast (V2, Oberkieferast): N. maxillaris 3. Ast (V3, Unterkieferast): N. mandubularis (Bildquelle: www.pirula.net) |
|
Der Nervus trigeminus ist der V. Hirnnerv (1.Kiemenbogennerv). Er tritt am seitlichen Rand der Brücke mit 2Wurzeln hervor:
Diese Neuralg
ie
des Gesichtes ist gekennzeichnet durch anfallsartige
Schmerzattacken mit
maximaler Stärke und überwiegend kurzer Dauer (Sekunden). Der Schmerzbereich
deckt sich mit dem Ausbreitungsgebiet des betroffenen Nervenastes.
Die
Schmerzattacken
können durch physiologische, taktile (= den Tastsinn betreffende), thermische oder propriozeptive
(= den Eigenreflex betreffende)
Reize ausgelöst werden. Häufige Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen) sind Kauen,
Sprechen oder bestimmte Gesich
t
s
bewegungen, die
Berührung
bestimmter Hautareale, die Einwirkung von Wasser oder generell Kälteexposition.
Meistens sind bei der
Trigeminus-Neuralgie
Triggerpunkte bzw. Triggerzonen identifizierbar.
In der Regel treten die Attacken streng einseitig auf (5% beidseitig) und
überwiegend im 2. und 3. Ast (ca. 4% 1. Ast) (Thoden 1987). Die
Beschwerden treten oft periodisch auf, schmerzfreie Intervalle sind häufig.
Manchmal gehen die Attacken der Trigeminusneu ralg
ie auch in äußerst schmerzhafte längere Salven über. Bei stärksten
Schmerzattacken
treten Zuckungen der
Gesich
t
s
muskulatur
hinzu (Tic doulou reux). Im Anfall ist
die betroffene
Gesich
t
spartie meist leicht gerötet, bedingt durch den
Sch
merz
kann Tränensekretion ausgelöst werden, was dann oft zur Verwechslung mit dem
Cluster-Kopfschmerz
führt, besonders wenn der 1. Ast betroffen ist. Im Unterschied zum
Clusterkopfschmerz
treten die Attacken meist nur am Tage auf.
Bei der
Trigeminus-Neuralgie
handelt es sich überwiegend um eine primäre oder idiopathische
Neuralgie. Mit den
Begriffen "primäre" oder "idiopathische" wird zum Ausdruck gebracht, daß eine
eigenständige Erkrankung vorliegt, die
Trigeminus-Neuralgie
also nicht als Symptom
(= Krankheitszeichen)
einer anderen Krankheit auftritt.
Eine sekundäre oder symptomatische Form
(= kein eigenständiges Krankheitsbild sondern als Folge einer
anderen Erkrankung) einer
Trigeminusneuropathie
kommt in einer Häufigkeit von 3-5% bei der
Multiplen Sklerose vor, aber auch bei Raumforderungen (Neurinome, i.b.
Akustikusneurinome, Metastasen), umschriebenen Hirnstammischämien und Angiomen
des Hirnstamms (Love und Coakham 2001).
Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Als Mittel der ersten Wahl gelten die Antikonvulsiva
(=
eigentlich Mittel gegen das Krampfleiden, aber auch bei diesen Sch
merzen
hilfreich) Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl dann Carbamazepin. Die Dosierung soll langsam einschleichend erfolgen. Antikonvulsiva dürfen nicht abrupt abgesetzt werden, sondern langsam
ausschleichend über mindestens 10 Tage. Allzu schnelle Dosisreduktion oder
abruptes Absetzen führen meist zu heftigsten Schmerzat tacken.
Bei ungenügender Wirkung von Carbamazepin können
300-400 mg Phenytoin, Lamotrigin oder 3-8 mg Clonazepam versucht werden.
Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva, kann auch das
zentral wirksame
Muskel
relaxans Baclofen
(= im Gehirn / Rückenmark wirkendes Mittel zur
Muskelentspannung)
versucht werden. Die Dosierung erfolgt
einschleichend, z.B. Beginn mit 3x5 mg/d. In Kombination mit Antikonvulsiva
sollte eine Tagesdosis von 90mg nicht überschritten werden (Steardo et
al. 1984). Die Höchstdosierung gibt der Hersteller allerdings mit nur 75 mg an.
In der Regel sind bei neuralgische
n Gesichtsschmerzen peripher wirksame
Analgetika
(=
Schmerzmittel) ohne Nutzen,
zentral wirksame allenfalls in hoher Dosierung.
Hin und wieder sahen wir bei diesen Gesichtsschmerzen (neuralgische,
neuralgiforme) einen
schmerzlindernden Effekt bei der Gabe eines Gemisches aus Uridin- und
Dinatriumsalzen (Keltican®). Dosierung: 2mal tgl. 1-2 Kps. zusätzlich
2mal wöchentlich eine i.m.-Injektion.
Bei stärksten Schmerzat
tacken mit statusähnlichem Charakter hat
sich die Verabreichung von Phenytoin als Kurzinfusion bewährt.
Gegen neuralgische
Gesichtsschmerzen hilft auch die
therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika)
(Lee
ser
et Hefe
rmann
1989). Dabei werden bei der Trigeminusneu ralg
ie je nach individueller Wirkzeit 2-3 x täglich die betroffenen
Gesichtsnerven an ihren Austrittspunkten (Foramen supraorbitale, infraorbitale
oder mentale) mit ca. 1 ml
Bupivacain 0,5% blockiert und die im Anfall dominanten Schmerzareale und
Triggerzonen flächenhaft mit ca. 2-3 ml Bupivacain infiltriert.
Eine Leitungsanästhesie der Ner ven maxillaris
(= Nerv des
Oberkiefer
s)
und mandibularis
(= Nerv des
Unterkiefer
s)
kann auch durch die Incisura mandibulae
(= Einbuchtung des
Unterkiefer
s vor dem
Ohr) hindurch mit jeweils ca. 2-3 ml Bupivacain (0,5%) erfolgen. Nächst höhere Therapiestufen sind dann Blockaden des
Ganglion cervicale superius* oder
Ganglion stellatum
(= Schaltstellen im
unwillkürlichen Nervensystem im hinteren
Rachen
- bzw. seitlichen
Halsbereich).
Unter dieser konsequenten, täglichen Therapie kann dann eine bestehende
Carbamazepin- oder Gabapentin- bzw. Pragabalin-Medikation langsam ausschleichend
reduziert werden, ohne daß heftige
Schmerzattacken
auftreten.
* Die Blockade des Ganglion cervicale superius erfolgt als GLOA (= Blockade mit einem Opium-ähnlichen Wirkstoff), der Nachteil gegenüber der Verwendung eines Lokalanästhetikums (= örtliches Betäubungsmittel) ist aber, daß die Wirkung auch bei wiederholter Anwendung kaum anhaltend ist, da die sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Komponente nur gering oder gar nicht ausgeprägt ist.
Neurochirurgische
Interventionsmöglichkeiten bei dieser
Neuralgie:
Diese sollten bei Trigeminusneu
ralg
ie nur dann zum Einsatz kommen, wenn
medikamentöse Behandlungsversuche erfolglos bleiben.
Nachteil der Elektrokoagulation
(= elektrische „Verkochung“)
des Gangl
ion Gasseri
ist die relativ hohe Rezidivquote (= Rückfallrate).
Eine gefürchtete Komplikation ist eine Läsion des N. opht
halmicus (bis hin zur Erblindung).
Durch Thermo- oder Kryokoagulation des Gangl
ion Gasseri
treten insgesamt deutlich weniger Nebenwirkungen auf. Schmerzrezidive
(= wiederkehrende Sch
merzen) werden
allerdings auch bei dieser Methode mit 5-20 % angegeben (Siegfried
1977).
Retroganglionäre Wurzeldurchtrennungen, Traktotomie oder Thalamotomie
werden heute kaum mehr durchgeführt (Moebius et al. 1989).
Obsolet (= veraltet)
sind Exhairese (= herausziehen) oder Alkoholinjektionen peripherer Trigeminusäste (Diener et al.
1994).
Insgesamt gesehen hat sich in den letzten Jahren eine zunehmende Zurückhaltung
bei der Indikationsstellung zur operativen Behandlung durchgesetzt (Ausnahme:
Operation nach Janetta).
Nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen haben sich bei einem
Trigeminusschmerz
nicht oder nur ungenügend bewährt.
Neuralgie des Ganglion
pterygopalatinum (Sluder-Syndrom):
Diese Neuralg
ie des Gesichtes
ist charakterisiert durch länger dauernde Attacken (bis zu 20 min, selten länger)
die sowohl am Tage als auch in der Nacht auftreten können. Betroffen ist
einseitig die Orbita
(= Augenhöhle), der innere
Augenwinkel und die Nasenwurzel, oft mit Ausstrahlungen zum Oberk
iefer, Rachen und Oh r. Als charakteristisch gilt ein
anfallsartiger heftiger Niesreiz (Soyka 1989). Wie beim
Clusterkopfschmerz
tritt häufiger Tränen- und Nasenfluß auf.
Ob diese Erkrankung überhaupt zur Gruppe der neuralgische
n Gesichtsschmerzen zählt ist
umstritten, denn oftmals läßt sich das Schmerzbild als
Cluster-Kopfschmerzen
und
Zervikalsyndrom, so
daß die
Sl
uder-Neuralg
ie als eigenständiges
Schmerzsyndrom
umstritten ist (Thoden 1987).
Neuralgie des N. laryngeus
superior:
Auch diese
Schmerzerkrankung
gehört zur Gruppe der neuralgische
n Gesichtsschmerzen (neuralgiforme). Sie ist gekennzeichnet durch heftige,
attackenförmige Beschwerden, die in der Regel sekundenlang (bis zu 2 Min)
anhalten. Die Beschwerden werden hauptsächlich im seitlichen Kehlkopfbereich
verspürt, nicht selten aber dominieren die Ausstrahlungen zum Un
terkiefer (Kiefer
winkel) bis zum Ohrläppchen oder Gaumen und geben dann zur Verwechslung
mit der Glossopharyn
geus-Neu ralg
ie Anlaß.
Bei der
Laryngeus superior-Neuralgie
bilden sich typische Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen)
wie Schlucken, Sprechen, Husten oder starkes Gähnen aus. Wie bei der
Trigeminusneu
ralg
ie sind im Langzeitverlauf auch schmerzfreie
Intervalle möglich. Die Beschwerden treten streng einseitig auf.
Der Nerv entstammt dem N. vagus (= ein sog. Hirnnerv). Er
tritt seitlich durch die Membrana thyroidea hindurch, wo er einer
örtlichen Betäubung
mit einem Betäubungsmittel zugänglich ist. In hartnäckigen Fällen wird man sich
zu Stella
tumblockaden
(= Betäubung einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen
Halsbereich) entschließen. Ansonsten
gilt als Mittel der Wahl wie bei den anderen neuralgische
n Gesichtsschmerzen Gabapentin bzw.
Pregabalin oder auch Carbamazepin (2.Wahl).
Zur Gruppe der
neuralgische
n Gesichtsschmerzen gehört auch
die
Intermediusneuralgie:
Diese ist gekennzeichnet durch streng
einseitige, attackenförmig lanzierende
Schmerzen im
Bereich des äußeren Gehörgangs mit Ausstrahlung in die Tiefe des Ohres, zum
Gesich
t,
bis hin zum
Gaumen
dach und
Oberkiefer. Häufig
strahlen die Beschwerden auch nach hinten bis zum
Nacken aus. Oft
gesellt sich eine Hypersekretion
(= Überfunktion)
der Speicheldrüsen dazu. Neben der idiopathischen gibt es auch eine
symptomatische (= als
Krankheitsfolge)
Form bei
Herpes zoster (Zosterinfektion)
des Gangl
ion geniculi, wobei auch eine Fazialisparese
(= Lähmung des motorischen
Gesichtsnervs) auftritt.
Die Therapie der Wahl besteht in der Verordnung von Antikonvulsiva
(= krampflösende Mittel)
(Carbamazepin bzw. Gabapentin oder Pregabalin als erste Wahl).
Erfolgversprechend ist auch eine Serie von
Stellatumblockade
n (=
Betäubungen einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich).
Nasoziliaris-Neuralgie
(Nasociliarisneuralgie,
Nasoziliarneuralgie):
Der Nervus nasociliaris ist ein
sensibler Ast des N. ophthalmicus, der mit seinem Endast (N. infratrochlearis)
die Unterlidschleimhaut sensibel versorgt. Diese ebenfalls einseitig auftretende
Gesichtsneu
ralg ie ist gekennzeichnet durch
unterschiedlich lang anhaltende Schmerzat tacken im Bereich des
inneren Augenwinkels mit regelmäßiger Ausstrahlung zur Orbita
(= Augenhöhle) und zum Nasenrücken. Während des Schmerzanfalls kommt es oft zu einer
Rötung und verstärkten Schweißsekretion im Bereich der schmerzseitigen
Stirnhälfte.
Triggermechanismen (=
Auslösemechanismen) sind beschrieben.
Am Auge können entzündliche Veränderungen vorhanden sein.
Die Therapie dieser
Schmerzen orientiert
sich an der der
Clusterkopfschmerzen.
Besonders zu empfehlen ist die intranasale (= in die Nase)
Oberflächenanästhesie mit z.B. Lidocain-Spray 2%
(= ein mittellang wirkendes
örtliches Betäubungsmittel).
Hilfreich sind oft auch
Infiltrationen im Gebiet des Gangl
ion ciliare mit einem lang wirkenden
Lokalanästhetikum
(= Betäubungsmittel)
oder Stella
tumblockaden
(= Betäubung einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen
Halsbereich).
Neuralgie des N.
glossopharyngeus:
Auch diese
Schmerzerkrankung
gehört zur Gruppe der neuralgische
n Gesichtsschmerzen (neuralgiforme
Gesichtschmerzen). Die
Glossopharyngeusneuralgie
ist gekennzeichnet durch streng einseitige paroxysmal
(= anfallsartig)
einschießende, heftige
Schmerz
sensationen, die vorwiegend im Bereich des Rachens, des weichen Gaumens
und des
Zunge
ngrundes auftreten, manchmal auch mit Ausstrahlung zum Oh
r hin oder in die
Zähne. Eine weitere
Ähnlichkeit mit der
Neuralgie des N. trigeminus
besteht darin, daß oft Triggermechanismen im
Schmerz
bereich vorliegen.
Die Diagnose ist einfach, wenn durch Spateldruck in der Tonsillenregion
(= Mandelregion)
eine typische
Schmerz
at
tacke ausgelöst werden kann. Teilweise geben die
Patienten an, daß auch durch Gähnen oder ausgedehnte Zungenbewegungen Attacken
ausgelöst werden können. Synkopen
(= kurze Bewußtlosigkeit) und Herzstillstände sind beschrieben, dürften jedoch äußerst selten
sein.
Manchmal strahlen die Beschwerden zum Mastoid (=
Knochen
hinter dem Oh
r) aus, was zur Verwechslung mit der
Neuralgie des N. intermedius
führen kann. Wie bei der Trigeminusneu
ralg
ie kommen auch schmerzfreie Intervalle vor.
Therapeutisch gelten wie
bei den anderen neuralgische
n Gesichtsschmerzen als Mittel der Wahl
Gabapentin oder Pregabalin, 2. Wahl dann Carbamazepin.
Hilfreich, vor allem wenn die Attacken nicht so häufig auftreten, ist auch eine
Oberflächenanästhesie
(= Oberflächenbetäubung)
im hinteren Rachenbereich mit 2%igem
Lidocain
(= ein mittellang wirkendes
örtliches Betäubungsmittel)
in Sprayform. Mittels des langen und dünnen Auslaßröhrchens können die einzelnen
Hübe ziemlich genau in den Triggerbereichen plaziert werden. Der Patient kann
die Anwendung ohne weiteres vor dem Spiegel erlernen. Bei einer solchen
Selbstmedikation muß wegen der Gefahr der Überdosierung die Anzahl der
Einzelhübe und der möglichen Gesamthübe eines ganzen Tages vorgeschrieben
werden. Da gerade im Schleimhautbereich mit einer raschen und zuverlässigen
Resorption gerechnet werden muß, ist diese Unterweisung besonders sorgfältig
durchzuführen.
Zur Behandlung kann wie bei anderen neuralgische
n Gesichtschmerzen auch eine
wiederholte
Infiltrationsanästhesie mit
Bupivacain 0,5%
(= ein lang wirkendes örtliches Betäubungsmittel)
versucht werden. Der Einstich erfolgt am oberen bzw. ventralen Rand des
vorderen Gaumenbogens, ca. 1-2cm neben der Mittellinie. Die Schwierigkeit dieser
Injektion besteht darin, daß die Glossopha
ryngeus- Neuralg ie insgesamt recht
selten auftritt und deshalb Übung in der Handhabung dieser Injektionstechnik
selten erreicht wird. Außerdem ist die Injektionsbehandlung für den betroffenen
Patienten in der Regel so schmerzhaft, daß sie nicht wie bei der Trigeminusneu
ralg
ie über 10-14 Tage hinweg 2x täglich
durchgeführt werden kann.
Eine gute Therapiemöglichkeit bietet wie auch bei anderen
neuralgische
n Gesichtsschmerzen
die
Stellatumblockade
(=
Betäubung einer vegetativen
Schaltstelle im seitlichen Halsbereich).
Die wiederholte Instillation von
Procain, wie sie
auch in neueren Veröffentlichungen noch propagiert wird, muß zugunsten der lang
wirkenden Lokalanästhetika aufgegeben werden.
Vor neurolytischen
(= nervenzerstörenden)
Blockaden ist wegen der Gefahr der Nekrosebildung
(= örtlicher Gewebstod)
und nachfolgender Infektion dringend zu warnen, dies gilt für alle neuralgische
n Gesichtsschmerzen.
Nach Janetta (1967) können die neuralgischen Beschwerden durch eine
Kompression des Ner
ven durch die A. vertebralis
(= Schlagader an der Wir
belsäule)
entstehen, wobei sich eine operative Dekompression anbietet.
Beim
SUNCT-Syndrom
kommt es zu 15 bis 120 Sekunden lang anhaltenden, einseitigen
Schmerzattacken um
das Auge herum, begleitet von konjunktivaler Injektion
(= Sichtbarwerden feiner Blutgefäße im Auge als Folge von
Blutfülle), Lakrimation
(= Tränenfluß)
und
Nase
nträufeln. Zusätzlich besteht ein gleichseitiges
Gesich
t
sschwitzen, das aber meist nur gering ausgeprägt ist. Auch kann es zu
einem Lidödem (=
Schwellung des Augenlides infolge einer Flüssigkeitsansammlung)
kommen.
Die heftigen
Schmerzen können
bis zu 200 mal pro Tag auftreten. Das Krankheitsbild zeigt typischerweise einen
episodischen Verlauf mit Remissionen
(= vorübergehendes Nachlassen der Krankheitszeichen, ohne daß
eine Genesung eintritt) von Monaten
bis Jahren.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).
Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dazu gibt es mittlerweile auch ein Urteil des hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR 2/05): Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen.
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
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